Kohlrabiblätter - ein verkanntes Gemüse

Wenn wir an Kohlrabi denken, denken wir an die dicke Knolle die mit ihrem knackig milden Kohlgeschmack gerade als Rohkost sehr beliebt ist. Viel seltener denken wir an die Blätter. Die sind ja doch wohl eher was für Hasen. Oder?

Verkannte Blätter

Es gibt sehr viele Blattgemüse, die wir in unseren Garten stehen haben von denen wir aber kulturell nichts mehr wissen oder wissen wollen. Bei meinen Aufenthalten in Ostafrika habe ich öfters ein spinatähnlichs Gemüse vorgesetzt bekommen von dem ich nicht genug bekommen konnte. Nachdem ich die sprachlichen Schwierigkeiten mithilfe von Übersetzungsprogrammen glaubte überwunden zu haben, dachte ich erstmal es handelt sich um einen Fehler: Kürbisblätter und Amaranth. Amaranth kannte ich bis dahin als kleine Körner die man super puffen kann um sie ins Müsli zu packen und auf die Idee Kürbisblätter zu essen wäre ich von selber nicht gekommen. Am nächsten Tag zeigte sie mir die Blätter vor der Zubereitung. Und tatsächlich, Kürbisblätter und Amaranthgrün. Bei Mchichi handelte es sich um junge Schosse von Amaranth, dass wie verrückt wuchert und ein sehr würzig feines Gemüse hergibt und wir euch hoffentlich im Laufe der Saison auch mal in die Kiste packen können. Die Köchin in diesem Lokal hat aber aus Ermangelung an Mchichi noch Kürbisblätter in den Mix gepackt. An diesem morgen ist mir in ihrer Küche noch etwas anderes aufgefallen, Stängel von Zucchinipflanzen. Diese wurden in ca. 10cm langen Stücken blanchiert, mariniert und ähnlich wie Spargel serviert und unter Reis gemischt.

Ähnlich ist es mit dem Grün von Karotten, Sellerie, Roter Beete und eben Kohlrabi. Man muss es probieren und für sich selber entscheiden wofür man es am besten verwendet, verwenden kann man alles in allen Formen. Ich habe den Kindern die mir öfter im Garten helfen von Anfang an gezeigt von welchen Gemüsepflanzen man die Blätter essen kann, und von welchen man die Finger lassen sollte (allen voran Hülsenfrüchte und Nachtschattengewächse). Und es ist eine Wonne zu sehen wie sie durch den Gemüsegarten spazieren und hier und da ein Blatt abzupfen und genüsslich in den Mund stopfen. Immer auf eine Überraschung gespannt. Scharfes Knoblauchgrün, süßes Karottengrün, würzige Kohlrabiblätter, salzige Rote-Beeteblätter, bitteres Selleriegrün und mit grimassierenden Blick wenn ein Sauerampferblatt nach dem anderen vom Beet verschwindet.

Kohlrabiblätter sind super lecker wenn man sie in die Gemüsepfanne aufnimmt und noch kurz mit anbrät bis sie zart sind, ganz fein gehackt zu Salaten oder Quark hinzufügt oder ihn kleingehackt wie Spinat zubereitet. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Nutzt die Chance mit den Gemüsekiste in KW 12 und KW 13, hier haben wir über den Winter gewachsene Kohlrabis mit viel Blattgrün drin, die aufgrund des langsamen Wachstums ein Aroma haben welches man im Sommer selten bekommt