Rückblick Infoveranstaltung

Die rege Teilnahme mit bis zu 100 Interessierten am Infoabend und die vielen positiven Rückmeldungen haben uns sehr gefreut - das zeigt, dass die Solidarische Landwirtschaft Stoapfalz und die Vision, die dahinter steht, auf Zustimmung und Unterstützung treffen. Dass ein Wandel greifbar ist. Und an der Zeit.

Zusammenfassung

Was ist unsere Vision? Was ist unser Ziel? Wo wollen wir hin? Wir wollen durch die Gründung der SoLawi Stoapfalz mit dazu beitragen, den Grundstein für ein nachhaltiges Ernährungssystem zu legen. Wir wollen unseren ökologischen Fußabdruck nicht nur verringern, sondern eine Form der agrarökologischen Landwirtschaft leben, die sich positiv auf die Umwelt auswirkt. Wir wollen dazu beitragen, dass sich unsere begrenzten Ressourcen regenerieren können. Für ein lebenswertes Leben. Nicht nur im Hier und Jetzt, sondern auch für unserer Kinder und Kindeskinder.

Warum ist das notwendig und wie wollen wir diese Vision verwirklichen? Aufschluss darüber gab unsere Infoveranstaltung Anfang April im Café Mitte. In seinem Vortrag “Landwirtschaft im Umbruch. Unser Ernährungssystem in der Krise - Wege in die Zukunft” erklärte Agrarökologe Andreas Gmeiner, dass alleine durch die Landwirtschaft 30% der Treibhausgase erzeugt werden. Massentierhaltung, Entwaldung, Mechanisierung, weite Transportwege sowie die Produktion von Stickstoffdüngern verschulden diesen hohen Negativbeitrag. Und auch direkt vor unserer Haustüre hat sich einiges verändert: Flurbereinigung, verschmutzte Gewässer sowie kaputte und ausgelaugte Böden zeichnen ein trauriges Bild unserer derzeitigen Landwirtschaft, wo Artenvielfalt, Sortenvielfalt und eine ästhetische Kulturlandschaft längst der Vergangenheit angehören. Dass sich wenig ändert liegt aber nicht an den Bauern. Die Bauern würden gerne nachhaltiger produzieren. Aber um wirklich ökologisch sinnvolle Landwirtschaft zu betreiben, muss man viel Arbeit investieren, was für die meisten Bauern schlichtweg nicht möglich ist. Sie sind auf den Märkten einem enormen Preisdruck ausgesetzt und die einzige Möglichkeit zu bestehen ist, so viel wie möglich zu produzieren und sich gleichzeitig selber auszubeuten. Das geht eben nur auf Kosten der Umwelt und der eigenen Gesundheit.

Landwirtschaft ist essentiell und unerlässlich für unsere Existenz, keine Frage, aber es muss eine Alternative geben, die in der Lage ist, eine stetig wachsende Bevölkerung ohne Lebensmittelskandale (Glyphosat, Pferdefleisch, Salmonellen, Fäkalien, Plastikteilchen, Pestizide, Schimmel, …) nachhaltig und zukunftsfähig zu ernähren.

Um dieses Problem an der Wurzel zu packen, gründen wir die Solidarische Landwirtschaft Stoapfalz (SoLawi Stoapfalz) im Raum Weiden, Neustadt, dem Landkreis Tirschenreuth und Marktredwitz. Bei der SoLawi Stoapfalz wird die Ernte nicht mehr auf dem Markt verkauft. Stattdessen tragen die Teilnehmer einer SoLawi gemeinsam die Kosten für den gesamten landwirtschaftlichen Betrieb und bekommen dafür alles, was produziert wird. Die Teilnehmer erhalten wöchentlich erntefrisches Gemüse und haben volle Transparenz, wo ihr Gemüse herkommt und wie es produziert wird. Sie können den Hof besuchen, mithelfen und ihre eigenen Ideen einbringen.

Der Landwirt kann auf ein sicheres Einkommen bauen, dadurch diverser produzieren und ökologische Maßnahmen zum Schutz der Böden, der Artenvielfalt und des Klimas vornehmen. Deswegen hat sich der Bio-Gemüsegärtner Simon Rauch vorgenommen seinen Betrieb so zu entwickeln, dass er klimaneutral wird und einer Vielfalt an Arten in einer gesunden Kulturlandschaft ein Zuhause bieten kann. Im Preis für das Gemüse schlägt das Mehr an Leistung, die der Landwirt für die Umwelt und die Gesellschaft erbringt, nicht zu Buche. Dadurch, dass alle Produkte direkt vertrieben werden, fließt der gesamte Verkaufspreis zurück zum Hof.

Ab dem 1.Mai 2018 beginnt die SoLawi Stoapfalz. Wir laden Euch herzlich dazu ein, am 24.4. um 19:00 Uhr im Gasthof Postkeller an unserer Gründungsveranstaltung teilzunehmen und Teil des Wandels zu werden, den wir so dringend brauchen.